Epofer Accelerator ist ein lösungsmittelfreier Härtungsbeschleuniger mit niedriger Viskosität, speziell für Epoxidsysteme entwickelt. Er ermöglicht die Verkürzung der Gelierungs- und Entformungszeiten durch Zugabe von 1 bis 5 Gew.-% zur Gesamtmischung A+B, ohne dass die Anteile von Harz und Härter verändert werden müssen. Er ist mit Laminier- und Gießsystemen kompatibel, obwohl sein Einsatz eine präzise Dosierung erfordert, um die endgültigen mechanischen Eigenschaften nicht zu beeinträchtigen.
Technische Spezifikationen
| Parameter |
Wert |
| Dosierung |
1–5 Gew.-% auf die Gesamtmischung A+B |
| Farbe |
Bernstein |
| Dichte bei 25 °C |
0,98 g/cm³ |
| Viskosität bei 25 °C |
120–150 cps |
| Flammpunkt |
140 °C (geschl. Tiegel) |
| Siedepunkt |
250 °C |
| Lösungsmittel |
Lösungsmittelfrei |
| Füllstoffe |
Ohne Füllstoffe |
Anwendungsbereiche
Epofer Accelerator ist dafür konzipiert, die Aushärtezeit von Epoxidharzen zu verkürzen, wenn es die Arbeitsbedingungen oder das Produktionstempo erfordern. Er ist besonders nützlich in Umgebungen mit niedrigen Umgebungstemperaturen, wo die natürliche Aushärtung übermäßig lange dauert, oder wenn der Arbeitszyklus beschleunigt werden muss, ohne die Grundformulierung des Systems zu verändern.
- Beschleunigung der Aushärtung bei Glas- oder Kohlefaserlaminaten mit Epofer Laminate 401
- Verkürzung der Gelierzeit bei Epoxid-Gießanwendungen mit Epofer EX401+E432
- Werkstattarbeit in kalten Jahreszeiten, wo die natürliche Aushärtung zu langsam ist
- Serienproduktion mit Formen, die kurze Entformungszyklen erfordern
- Strukturreparaturen, bei denen die Einwirkzeit begrenzt ist
- Einsatz zusammen mit Masilla Epóxica 610 zur Beschleunigung des Abbindens bei Reparaturarbeiten
Anleitung zur Verwendung
- Bereite die Epoxidharz-Härter-Mischung in den vom Systemhersteller angegebenen Verhältnissen vor (Verhältnis A+B).
- Nach dem Mischen von Harz und Härter Epofer Accelerator mit 1 bis 5 Gew.-% bezogen auf die Gesamtmischung zugeben. Beginne immer mit dem niedrigsten Prozentsatz (1 %) und passe ihn je nach Ergebnis an.
- Gut 2–3 Minuten rühren und sicherstellen, dass der Beschleuniger gleichmäßig verteilt ist.
- Die Mischung wie gewohnt auftragen: Laminieren, gießen oder mit dem Spachtel aufbringen – je nach gewähltem Verfahren.
- Den Arbeitsbereich gut belüften. Da die Aushärtung schneller erfolgt, mit kleineren Chargen arbeiten, um vorzeitiges Gelieren im Behälter zu vermeiden.
- Nach dem Aushärten des Bauteils kann PolarShine 10 für die Endbearbeitung aufgetragen werden, sofern die Oberfläche es erfordert.
Wichtiger Hinweis: Ein Überschuss an Beschleuniger in Gießsystemen kann die Endhärte des Bauteils verringern. Bei Laminaten erhöht er die Steifigkeit, aber ein Überschreiten von 5 % kann zu übermäßiger Reaktivität, Temperaturanstieg während der Aushärtung (Exothermie) und Mikrorissen führen. Verwende stets die minimal wirksame Dosis. Das Produkt hat einen Flammpunkt von 140 °C; von Wärmequellen und offenen Flammen fernhalten.
Anwendungstipps
Dosis an die Anwendung anpassen
Bei Laminaten sind Dosierungen von 2–3 % in der Regel ausreichend, um eine deutliche Verkürzung der Aushärtezeit zu erzielen, ohne die Flexibilität zu beeinträchtigen. Bei Gussanwendungen im Bereich von maximal 1–2 % bleiben: Die in einer eingeschlossenen Harzmasse erzeugte Wärme kann bei übermäßiger Dosierung zu Verformungen oder sogar Rissen führen. Immer erst eine Probe in kleiner Menge durchführen, bevor das endgültige Bauteil hergestellt wird.
Umgebungstemperatur und Dosierung
Bei Temperaturen über 20 °C ist die Aushärtung bereits angemessen schnell: Eine Dosierung von 1 % reicht für ausreichende Beschleunigung. Unter 15 °C kann auf 3–4 % erhöht werden, jedoch die Exothermie im Auge behalten. Den Beschleuniger niemals als Ersatz für Wärme in Systemen verwenden, die eine Nachbehandlung bei erhöhter Temperatur erfordern, um ihre maximalen Eigenschaften zu erreichen.
Bernsteinfarbe und Auswirkung auf das Finish
Epofer Accelerator hat eine Bernsteinfarbe, die den Ton transparenter oder sehr hell gefärbter Harze leicht verändern kann. Wenn das ästhetische Erscheinungsbild entscheidend ist, vor der Anwendung am endgültigen Bauteil eine visuelle Probe durchführen. Bei Glasfaserlaminaten oder pigmentierten Gussanwendungen ist der Effekt in der Regel vernachlässigbar.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich den Beschleuniger direkt zum Harz geben, ohne ihn zuvor mit dem Härter zu mischen?
Nein. Epofer Accelerator muss immer zur bereits vorbereiteten Mischung aus Harz und Härter (A+B) hinzugefügt werden, niemals separat zu einem der beiden Komponenten. Eine direkte Zugabe zu Komponente A oder B kann das Reaktionsgleichgewicht stören und zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen.
Wie stark wird die Aushärtezeit verkürzt?
Das hängt vom Basis-Epoxidsystem, der Temperatur und der verwendeten Dosis ab. Als Richtwert kann bei 2–3 % eine Verkürzung der Gelierzeit um 30 bis 50 % gegenüber der Aushärtung ohne Beschleuniger bei Raumtemperatur (20–25 °C) erwartet werden. Die genauen Zeiten müssen immer durch einen Test unter den realen Bedingungen des eigenen Arbeitsbereichs überprüft werden.
Ist er mit jedem Epoxidharz kompatibel?
Epofer Accelerator ist für Epoxidsysteme im Allgemeinen formuliert. Er ist kompatibel mit den Laminier- und Gießsystemen aus dem Feroca-Sortiment, wie Epofer Laminate 401 oder Epofer EX401+E432. Bei Verwendung mit einem Epoxidsystem anderer Herkunft immer einen Vorversuch zur Überprüfung der Kompatibilität durchführen.
Beeinflusst der Beschleuniger die endgültigen mechanischen Eigenschaften?
Ja, bei übermäßiger Verwendung. Bei Laminaten erhöht er die Steifigkeit des Laminats. Bei Gussanwendungen kann ein zu hoher Prozentsatz die Endhärte des Bauteils verringern. Daher ist es unbedingt erforderlich, 5 % nicht zu überschreiten und die Dosis stets auf das notwendige Minimum anzupassen, um die gewünschte Aushärtezeit zu erzielen.
Kann er im Außenbereich oder bei Bauteilen verwendet werden, die Wärme ausgesetzt sind?
Der Beschleuniger selbst schränkt den Außeneinsatz nicht ein, aber die Endeigenschaften des Bauteils hängen vom gewählten Epoxidsystem ab. Wenn das Bauteil bei erhöhter Temperatur eingesetzt wird, sicherstellen, dass das Basissystem diese Bedingungen verträgt, und falls der Prozess es erfordert, die vom Systemhersteller empfohlene Nachbehandlung anwenden.
Besteht das Risiko einer gefährlichen exothermen Reaktion?
Bei korrekten Dosierungen (1–5 %) und vernünftigen Arbeitsmengen ist die zusätzliche Exothermie beherrschbar. Das Risiko steigt, wenn hohe Beschleunigerdosierungen mit großvolumigen Gussanwendungen oder sehr hohen Schichtdicken kombiniert werden. In diesen Fällen mit kleinen Chargen arbeiten und keine großen Mischungsmengen im Behälter ansammeln.
Wie wird er korrekt gelagert?
Epofer Accelerator im original verschlossenen Behälter, an einem kühlen, trockenen Ort und fern von Wärmequellen und offenen Flammen lagern (Flammpunkt 140 °C). Längere Einwirkung direkter Sonneneinstrahlung vermeiden. Unter diesen Bedingungen behält das Produkt seine Eigenschaften für die auf der Verpackung angegebene Zeit.
Ist ein Trennmittel notwendig, wenn ich die Aushärtung beschleunige?
Ja. Der Einsatz eines Beschleunigers ersetzt nicht die Notwendigkeit eines Trennmittels. Bei schnellerer Aushärtung ist es sogar noch wichtiger, die Form vor dem Eingießen der Mischung gut vorzubereiten, da der verfügbare Zeitrahmen kürzer ist.
Wie viel Produkt brauche ich?Berechne die genaue Menge vor dem Kauf und vermeide Materialverschwendung.
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