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Der Geoden-Effekt ist eine der gefragtesten Techniken in der Epoxidharz-Welt: transluzente Farbschichten, die sich zu einem kristallinen Inneren hin öffnen, mit einer goldenen Ader, die die Bruchlinie zwischen dem äußeren „Gestein" und dem inneren „Edelstein" markiert. Das Ergebnis imitiert eine echte, in der Mitte aufgeschnittene Geode und wird mit transparentem Epoxidharz und einigen sorgfältig ausgewählten Pigmenten erzielt. In dieser Anleitung erklären wir dir den Prozess Schritt für Schritt.
Was ist der Geoden-Effekt und warum funktioniert er mit Harz
Eine echte Geode ist ein Stein, der innen hohl ist und dessen Innenwände mit Kristallen bedeckt sind, die zur Mitte des Hohlraums hin gewachsen sind. Der Geoden-Effekt mit Harz imitiert diese Struktur mit Schichten: eine dunkle, opake Basis als äußeres „Gestein", eine Reihe transluzenter Farbschichten, die sich fächerförmig nach innen öffnen, eine metallische Ader, die die Linie markiert, an der das Gestein „gebrochen" ist, und ein glänzendes Zentrum, das den Kristall imitiert. Epoxidharz ist dafür ideal geeignet, weil es – im Gegensatz zu anderen Materialien – ermöglicht, übereinanderliegende transluzente Schichten zu gießen, ohne an optischer Tiefe zu verlieren.
Wie er sich von anderen Harztechniken unterscheidet
Wenn du unseren allgemeinen Ratgeber über was man mit Epoxidharz machen kann bereits gelesen hast: Der Geoden-Effekt ist eine der spezifischsten und aufwendigsten Techniken von allen, die dort erwähnt werden. Es handelt sich weder um einen einfachen Formguss noch um eine Einbettung, sondern um einen Schichtprozess mit Wartezeiten zwischen den einzelnen Schritten. Wenn dein Interesse eher dem Herstellen von Schmuck mit Epoxidharz (Anhänger, Ohrringe, Ringe) gilt, wird dir jener Ratgeber direkter weiterhelfen; dieser hier ist für Untersetzer, Bilder oder größere Dekorationsstücke gedacht.
Materialien, die du brauchst
| Produkt | Wofür es verwendet wird |
|---|---|
| ClearWater Epoxi für Schmuck | Kleine Stücke: Untersetzer, Magnete, kleinformatige Bilder |
| ClearWater Deep Pour Epoxi | Große Stücke oder Holzscheiben mit Geode: ermöglicht bis zu 12 cm Schichtstärke in einem einzigen Guss |
| Pastöses Pigment | Dunkle, opake Farbe für die äußere „Gestein"-Basis |
| Piñata - Alkoholtinten | Transluzente Farbschichten als Farbverlauf zur Mitte hin |
| Pearl Ex | Goldene metallische Ader an der Bruchlinie und Glanzakzente in der Mitte |
Ergänze die Liste um: eine Silikonform (rund für Untersetzer oder unregelmäßig in „Scheiben"-Form), Einwegmischbecher und -stäbchen, feine Pinsel für die goldene Ader, Nitrilhandschuhe und ein Feuerzeug oder eine Küchenfackel zum Entfernen von Luftblasen.
Schritt 1 — Bereite die Form und die „Stein"-Basis vor
- Mische das Harz entsprechend dem Mischverhältnis auf der Verpackung (100A:100B bei der ClearWater Epoxi für Schmuck) und färbe einen Teil mit schwarzem oder dunkelgrauem pastösen Pigment in einem Anteil von etwa 3 % des Gewichts ein, bis du eine vollständig opake Farbe erhältst.
- Gieße diese Mischung so, dass die gesamte Form abgedeckt ist, und zwar in einer dünnen Schicht – als wäre es das vollständige äußere Gestein der Geode.
- Lass es teilweise gelieren, ohne vollständig auszuhärten (je nach Harz etwa 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur). Es sollte sich klebrig anfühlen, aber nicht mehr fließen: Dieser Zwischenzustand ist entscheidend für den nächsten Schritt.
Schritt 2 — Öffne den Kristallhohlraum durch Kippen der Form
- Mische eine neue Portion transparentes Harz, ohne Pigment oder mit einem sehr zarten transluzenten Farbton.
- Gieße es an einer bestimmten Stelle der bereits gelierten dunklen Schicht, sodass eine unregelmäßige Pfütze in dem Bereich entsteht, in dem sich der Hohlraum öffnen soll (in der Regel auf 2/3 der Form, sodass ein „Gestein"-Rand drum herum bleibt).
- Kippe die Form langsam von Seite zu Seite und lass das transparente Harz über die bereits halbausgehärtete dunkle Schicht fließen. Da die Basis nicht mehr vollständig flüssig ist, entsteht ein unregelmäßiger, organischer Fließrand – wie ein echter Riss – anstelle eines perfekten Kreises.
- Lass es einige Minuten aushärten, bevor du weitermachst, damit der unregelmäßige Rand fixiert wird.
Schritt 3 — Trage die Farbschichten als Farbverlauf auf
- Mische mehrere kleine Portionen transparentes Harz und färbe jede mit Piñata Alkoholtinte in verschiedenen Tönen derselben Farbfamilie (z. B. Dunkelblau, Mittelblau und Hellblau, oder Lila, Violett und Lavendel).
- Gieße den dunkelsten Ton direkt am Rand des Hohlraums, wo er an das äußere Gestein grenzt, und arbeite dich mit zunehmend helleren Tönen zur Mitte vor.
- Lass zwischen den einzelnen Farben ein paar Minuten vergehen, damit sie sich nicht vollständig miteinander vermischen: Du möchtest klar abgegrenzte Farbstreifen, keinen verschwommenen Verlauf.
Wichtig: Arbeite immer von außen nach innen. Wenn du zuerst die Mitte gießt und sie dann mit den dunkleren Schichten umgeben möchtest, ist es viel schwieriger, saubere Streifen zu erhalten, und der Effekt verliert an Präzision.
Schritt 4 — Füge die goldene Ader an der Bruchlinie hinzu
- Mische eine Prise goldenes oder bronzefarbenes Pearl Ex mit einem Tropfen transparentem Harz, bis du eine feine metallische Paste erhältst.
- Ziehe die Ader mit einem feinen Pinsel genau über der unregelmäßigen Linie, an der die dunkle Gesteinsschicht auf die erste Farbschicht trifft, und folge dabei dem organischen Kontur, der beim Kippen der Form in Schritt 2 entstanden ist.
- Strebe keine perfekte Linie an. Die Unregelmäßigkeiten und kleinen Breitenschwankungen sind das, was die Ader wie eine echte Bruchstelle wirken lässt und nicht wie einen gezeichneten Strich.
Schritt 5 — Fülle das Innere mit Kristalltextur
- Fülle die Mitte des Hohlraums mit unpigmentiertem transparentem Harz oder mit einem sehr subtilen Hauch des hellsten Farbtons, den du bereits verwendet hast.
- Streue etwas Pearl Ex auf die noch flüssige Oberfläche – in kleinen Mengen und ohne Gleichmäßigkeit –, um den unregelmäßigen Glanz einer Ansammlung von Kristallen zu simulieren.
- Führe das Feuerzeug oder die Küchenfackel sehr schnell über die gesamte Oberfläche, um Luftblasen zu entfernen, bevor die letzte Schicht zu gelieren beginnt.
Schritt 6 — Aushärten, schleifen und versiegeln
- Halte die vollständige Aushärtezeit der letzten Schicht ein, bevor du entformst (8–10 Stunden beim Schmuckharz, länger bei Deep Pour bei dicken Stücken).
- Schleife die Kanten mit progressiver Körnung, falls das Stück Grate oder Formspuren aufweist.
- Wenn das Stück häufig benutzt wird (z. B. ein Untersetzer), trage eine abschließende dünne Schicht unpigmentiertes transparentes Harz auf die gesamte Oberfläche auf, um den Glanz zu vereinheitlichen und die goldene Ader vor Abrieb zu schützen.
Profitipps
Mache vor dem endgültigen Stück einen Zeitversuch
Der genaue Zeitpunkt des „teilweisen Gelierens" aus Schritt 1 variiert je nach Raumtemperatur und verwendetem Harz. Bereite eine kleine Probe vor, um zu kalibrieren, wie viel Zeit dein Harz benötigt, bevor du es am endgültigen Stück ausprobierst.
Kippe die Form nicht ruckartig
Eine abrupte Bewegung lässt das transparente Harz zu weit vordringen und du verlierst den Hohlraum-Effekt. Kippe langsam, in kleinen Winkeln, und überprüfe das Ergebnis zwischen jeder Bewegung.
Weniger metallisches Pigment ist mehr
Zu viel Pearl Ex in der Mitte kann den Effekt übersättigen und die Transluzenz der darunter liegenden Farbschichten verdecken. Trage es sparsam auf und füge in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten mehr hinzu, wenn du mehr Intensität benötigst.
Lass jede Schicht waagerecht aushärten
Jede Neigung des Arbeitstisches zwischen den Schichten lässt die Farbe vor dem Aushärten zur Seite laufen. Verwende eine Wasserwaage oder Unterlegkeile, um sicherzustellen, dass die Form jederzeit vollkommen waagerecht steht.
Materialien bei Feroca
Die gesamte Palette an transparenten Epoxidharzen und Pigmenten für Harz ist bei Feroca erhältlich. Wenn du vor der Entscheidung für dein nächstes Projekt noch mehr Ideen erkunden möchtest, wirf einen Blick auf unseren Ratgeber über was man mit Epoxidharz machen kann oder auf den Ratgeber für Schmuck mit Epoxidharz.
Häufig gestellte Fragen
Welches Harz verwende ich für den Geoden-Effekt?
Für Untersetzer oder kleine Stücke reicht die ClearWater Epoxi für Schmuck aus. Für große Stücke oder Holzscheiben mit Geode ermöglicht das ClearWater Deep Pour Güsse von bis zu 12 cm Schichtstärke, ohne so viele Schichten zu benötigen.
Wie erhalte ich die unregelmäßige Form des Kristallhohlraums?
Indem du das transparente Harz über die dunkle Basisschicht gießt, wenn diese noch teilweise geliert ist (klebrig, aber nicht fließend), und die Form langsam von Seite zu Seite kippst. Der Fließrand des Harzes bleibt durch die Reibung mit der halbausgehärteten Schicht unregelmäßig und imitiert so einen echten Bruch.
Wie mache ich die goldene Ader?
Indem du eine kleine Menge goldenes oder bronzefarbenes Pearl Ex Pigmentpulver mit einem Tropfen transparentem Harz mischst und es mit einem feinen Pinsel genau über der unregelmäßigen Linie aufträgst, an der die dunkle Schicht und die erste Farbschicht aufeinandertreffen.
Warum vermischen sich meine Farbschichten, anstatt als Streifen zu bleiben?
Am häufigsten liegt es daran, dass zwischen den Schichten nicht genug Zeit gelassen wird, bevor die nächste gegossen wird. Lass jede Farbe ein paar Minuten ruhen und etwas Körper annehmen, bevor du den nächsten Ton hinzufügst, und arbeite dabei immer von außen nach innen.
Ist der Geoden-Effekt dasselbe wie eine einfache Farbeinbettung?
Nein. Eine Einbettung ist ein einziger Guss mit einer Farbe oder einem Objekt darin. Der Geoden-Effekt erfordert mehrere Schichten, die zu verschiedenen Aushärtezeitpunkten aufgetragen werden, mit einer opaken Basis, einem durch Kippen erzeugten Hohlraum und einer von Hand aufgetragenen metallischen Ader – was ihn zu einer mehrstufigen Technik macht und nicht zu einem einzigen Guss.
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