Die Glasfasermatte 300 g/m² ist ein textiles Verstärkungsmaterial aus gepressten Glasfasersträngen, die durch eine in Polyester- und Epoxidharzen löslichen Emulsion gebunden sind. Es ist das am häufigsten verwendete Laminierungsmaterial in der Werkstatt für den Bau von Formschalen, Strukturreparaturen und Verbundbauteilen mit mittlerer Festigkeit. Vielseitig, leicht zu tränken und kompatibel mit den gängigsten Harzsystemen.
Technische Spezifikationen
| Parameter |
Wert |
| Verstärkungstyp |
Emulsionsmatte (Glasfasermatte) |
| Flächengewicht |
300 g/m² |
| Emulsionstyp |
Löslich in Polyester- und Epoxidharzen |
| Anwendung |
Handlaminierung (hand lay-up) |
| Kompatible Harze |
Polyester (Ferpol 100BSX15), Epoxid (Epofer Laminate 401) |
Anwendungsbereiche
Die 300 g/m² Matte ist das Standardverstärkungsmaterial für die Handlaminierung mit Polyester- oder Epoxidharz. Sie wird eingesetzt, wenn eine schnell zu tränkende Strukturschicht mit guter mechanischer Leistung und wirtschaftlichem Preis benötigt wird. Besonders geeignet für:
- Stützschalen (Mutterformen) über Silikon- oder Latexformen
- Herstellung von Glasfaser-Starrformen für die Serienproduktion
- Reparatur beschädigter Polyester- oder Epoxidbauteile
- Strukturelle Verstärkung von Leichtverbundbauteilen
- Zwischenschichten bei mehrlagigen Laminaten (kombiniert mit Gewebe oder Vlies)
- Herstellung von Prototypen, technischen Modellen und Werkzeugvorrichtungen
Anwendungsanleitung
- Bereite die Form- oder Modelloberfläche vor: bei Bedarf schleifen und Trennmittel 34D Paste auftragen, wenn das fertige Bauteil entformt werden soll.
- Schneide die Matte auf das benötigte Maß mit einer speziellen Schere für Glasfaser zu. Für Reparaturflicken zwei Stücke unterschiedlicher Größe schneiden, um einen sanften Übergang zu erzeugen.
- Harz gemäß Herstelleranleitung vorbereiten: Ferpol 100BSX15 für Polyester oder Epofer Laminate 401 für Epoxid.
- Eine großzügige Harzschicht mit Pinsel oder Rolle auf die Oberfläche auftragen.
- Die Matte auf das nasse Harz legen und mit der Rolle von innen nach außen andrücken, dabei Luftblasen entfernen, bis die Faser vollständig transparent und durchtränkt ist.
- Eine zweite Harzschicht auf die getränkte Matte auftragen und den Vorgang mit einer zweiten Mattenlage wiederholen, wenn das Bauteil mehr Dicke oder Festigkeit erfordert.
- Um die Oberflächengüte und Dichtheit zu verbessern, abschließend ein 30 g/m² Oberflächenvlies in Harz getränkt als letzte Lage auftragen.
- An einem belüfteten Ort gemäß den Aushärtezeiten des verwendeten Harzes aushärten lassen, bevor entformt oder weiterverarbeitet wird.
Persönlicher Schutz beim Laminieren: Glasfaser setzt feine Partikel frei, die Haut, Augen und Atemwege reizen. Beim Schneiden oder Trockenhandling der Matte stets Nitrilhandschuhe, Partikelmaske (mindestens FFP2) und Schutzbrille tragen. In einem belüfteten Bereich arbeiten, insbesondere beim Einsatz von Polyesterharzen, die Styrol emittieren.
Anwendungstipps
Faserzeichnung an der Oberfläche vermeiden
Die 300 g/m² Matte hinterlässt eine sichtbare Textur auf der Bauteiloberfläche, wenn sie als Abschlusslage verwendet wird. Für eine glatte und gleichmäßige Oberfläche immer ein 30 g/m² Oberflächenvlies als letzte Lage auftragen, bevor das Harz vollständig aushärtet. Dies verbessert auch die Dichtheit des Bauteils.
Korrekte Tränkung: keine Luftblasen, kein Überschuss
Der häufigste Fehler bei der Handlaminierung ist das Einschließen von Lufttaschen oder das Auftragen von zu viel Harz. Das übliche Verhältnis beträgt etwa 2:1 Harz zu Matte nach Gewicht. Eine gut getränkte Matte wechselt von undurchsichtig weiß zu durchscheinend. Bleibt sie nach dem Ausrollen weiß, fehlt Harz. Ist das Bauteil sehr schwer und biegsam, ist es zu viel.
Kombination mit Gewebe für höhere Festigkeit
Wenn ein biegungs- oder stoßfesteres Bauteil benötigt wird, Matten- und Gewebelagen abwechselnd auftragen. Die Matte bietet Isotropie und leichte Verformbarkeit bei komplexen Geometrien; das Gewebe bietet gerichtete Festigkeit. Diese Kombination ist bei Produktionsformen und stark beanspruchten Schalen üblich.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Matte und Glasfasergewebe?
Die Matte besteht aus zufällig geschnittenen und durch eine Emulsion gepressten Glasfasersträngen. Dies verleiht ihr ein isotropes Verhalten (gleiche Festigkeit in alle Richtungen) und erleichtert die Formgebung bei kurvenreichen oder komplexen Geometrien. Gewebe hingegen hat in eine oder mehrere Richtungen orientierte Stränge, was höhere mechanische Festigkeit bietet, aber schwieriger an komplexe Formen anzupassen ist. Für Formschalen und Reparaturen ist die 300 g/m² Matte aufgrund ihrer ausgewogenen Handhabbarkeit und Leistung die übliche Wahl.
Mit welchen Harzen ist diese Matte kompatibel?
Diese Matte verwendet eine in Polyester- und Epoxidharzen lösliche Emulsion. Das empfohlene Polyesterharz für Laminate ist Ferpol 100BSX15. Für Anwendungen, die höhere chemische oder mechanische Beständigkeit erfordern, ist sie auch mit Epofer Laminate 401 kompatibel. Die Verwendung mit Acrylharzen wird nicht empfohlen, da sich die Mattenemulsion in solchen Systemen nicht richtig auflöst.
Wie viele Mattenlagen benötige ich für eine Formschale?
Für eine Standard-Stützschale (Mutterform) über einer Silikonform werden üblicherweise 2 bis 4 Lagen 300 g/m² Matte aufgetragen, abhängig von der Bauteilgröße und dem vorgesehenen Einsatz. Bei intensiv genutzten Formen oder großen Bauteilen kann es notwendig sein, Gewebelagen zwischen den Mattenlagen einzufügen, um die Steifigkeit zu erhöhen. Immer mit einem 30 g/m² Oberflächenvlies abschließen, um die Oberfläche zu verbessern.
Wie wird Glasfaser korrekt zugeschnitten?
Glasfasermatte sollte mit speziellen Scheren für Verbundwerkstoffe geschnitten werden, da normale Scheren schnell stumpf werden. Bei Feroca sind Glasfaserscheren mit 28 cm erhältlich. Stets mit Handschuhen und Maske schneiden, da die trockene Matte feine reizende Fasern freisetzt. Für Reparaturflicken zwei Stücke unterschiedlicher Größe schneiden, um einen Übergang zu erzeugen, der die Integration des Flickens verbessert.
Kann ich diese Matte zur Reparatur eines Polyesterbauteils verwenden?
Ja, das ist eine der häufigsten Anwendungen. Die 300 g/m² Matte mit Polyesterharz ist die Standardmethode zur Reparatur von Verbundbauteilen. Bei Feroca ist das Polyesterharz-Reparaturset erhältlich, das die für diese Art von Eingriff notwendigen Materialien enthält. Damit der Flicken gut integriert wird, die beschädigte Zone bis zum gesunden Material schleifen, zwei gestufte Mattenlagen auftragen und mit Oberflächenvlies abschließen.
Kann Glasfaser mit flexiblen Materialien wie Polyurethan verwendet werden?
Das ist nicht empfehlenswert. Glasfaserverstärkungen sind für die Verwendung mit starren Matrizen (Polyester, Epoxid, Acryl) konzipiert. Bei flexiblen Materialien wie Polyurethankautschuken haftet die Faser nicht richtig und kann sich ablösen oder innere Spannungen erzeugen, die das Bauteil beschädigen. Wenn eine flexible Struktur versteift werden muss, ist die übliche Lösung eine separate externe Stützschale aus Glasfaser.
Wie wird eine Glasfaserschale für eine Silikonform hergestellt?
Sobald die Silikonform vollständig auf dem Modell ausgehärtet ist, wird eine Lage Polyester- oder Epoxidharz direkt auf das Silikon aufgetragen (kein Trennmittel an der Silikon-Schalen-Grenzfläche, wohl aber am Modell, wenn es weiterhin exponiert bleibt). Anschließend werden 2–4 gut getränkte Lagen 300 g/m² Matte laminiert. Die resultierende Schale hält die Geometrie der Silikonform und erleichtert deren Handhabung und Lagerung. Es wird empfohlen, mit einem Vlies abzuschließen, um die Außenoberfläche der Schale zu verbessern.
Welche persönliche Schutzausrüstung ist bei der Arbeit mit Glasfaser erforderlich?
Nitrilhandschuhe sind unbedingt erforderlich (Glasfaser durchdringt dünne Latexhandschuhe), eine FFP2-Partikelmaske beim Schneiden oder Trockenhandling der Matte sowie eine Schutzbrille. Bei der Arbeit mit Polyesterharzen zusätzlich Zwangslüftung oder eine Maske mit Organikdampffilter verwenden, da Styrol ein reizendes und in geschlossenen Räumen potenziell schädliches Lösungsmittel ist.