Gewebte Glasfaser 166 g/m².
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Das Glasfasergewebe mit 166 g/m² ist eine strukturelle Verstärkung mit mittlerem Flächengewicht, ideal für Laminate, die eine höhere mechanische Festigkeit als herkömmliches Glasfasermatte (mat) erfordern. Die ausgewogene Bindung erleichtert die Tränkung mit Polyester-, Vinylester- oder Epoxidharzen und passt sich gut an Geometrien mit mäßiger Krümmung an. Es ist die übliche Wahl, wenn ein saubereres Finish und eine höhere Festigkeit als die des 300 g/m² mat gefordert werden.
Technische Spezifikationen
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Verstärkungstyp | Glasfasergewebe (Leinwandbindung) |
| Flächengewicht | 166 g/m² |
| Fasertyp | E-Glasfaser (elektronisch) |
| Kompatible Harze | Polyester, Vinylester, Epoxid |
| Empfohlene Anwendung | Handlaminat (hand lay-up), Schalen, strukturelle Verstärkungen |
Wofür wird es verwendet
Dieses Gewebe wird in Anwendungen eingesetzt, bei denen strukturelle Festigkeit ohne übermäßiges Gewicht im Laminat benötigt wird. Sein mittleres Flächengewicht macht es vielseitig einsetzbar – sowohl für leichte Composite-Bauteile als auch für lokale Verstärkungen in Bereichen mit hoher mechanischer Beanspruchung.
- Herstellung von Stützschalen (Mutterwerkzeug) für Silikonformen
- Strukturlaminate für Boote, Karosserien und Industriebauteile
- Verstärkung von Reparaturen an bestehenden Composite- oder Glasfaserpaneelen
- Bau von Hartformen mit Epoxid- oder Polyesterharz
- Dekorative Laminate, bei denen die Gewebestruktur sichtbar bleiben soll
- Zwischenlagen in Sandwich-Aufbauten kombiniert mit mat oder schwereren Geweben
- Verstärkung von Gips-, Harz- oder Polyurethanschaum-Bauteilen
Anleitung zur Verwendung
- Oberfläche vorbereiten: sauber und trocken machen; bei der Arbeit auf einer Form ein Trennmittel auftragen.
- Das Gewebe auf die benötigte Größe zuschneiden. Für Reparaturbereiche zwei gestufte Zuschnitte anfertigen, damit der Übergang fließend ist und keine dicke Stufe entsteht.
- Das Polyesterharz (wie die Ferpol 100BSX15) oder das Epoxidharz gemäß Herstelleranweisung vorbereiten und den Härter im richtigen Verhältnis zugeben.
- Eine erste Harzschicht mit Pinsel oder Rolle auf die Oberfläche auftragen.
- Das Gewebe auf das nasse Harz legen und mit einer Entlüftungsrolle andrücken, um Blasen zu entfernen und eine vollständige Tränkung sicherzustellen.
- Zusätzlich Harz auf das Gewebe auftragen, bis es vollständig gesättigt und durchscheinend ist.
- Wenn das Laminat mehrere Lagen erfordert, den Vorgang wiederholen, bevor die vorherige Lage vollständig ausgehärtet ist (Nasslamination), um eine gute Haftung zwischen den Lagen zu gewährleisten.
- Bei geeigneter Temperatur aushärten lassen. Während der Aushärtung keiner Feuchtigkeit aussetzen.
- Nach dem Aushärten die Kanten bei Bedarf schleifen oder trimmen, um das gewünschte Finish zu erzielen.
Verarbeitungshinweise
Korrekte Tränkung des Gewebes
Ein gut getränktes Gewebe wird durchscheinend, sobald das Harz es gesättigt hat. Sind noch weiße, opake Bereiche sichtbar, ist das Harz nicht vollständig eingedrungen: mehr Harz auftragen und die Rolle in verschiedene Richtungen führen. Ein Harzüberschuss ist ebenfalls problematisch: er erhöht das Gewicht unnötig und reduziert die endgültige Festigkeit. Das optimale Harz/Gewebe-Verhältnis bei einem Handlaminat liegt üblicherweise bei 40–50 Gew.-% Gewebe.
Arbeit an gekrümmten Flächen
Das orthogonale Gewebe passt sich gut an Oberflächen mit sanfter Krümmung an, kann jedoch bei komplexen Geometrien zum Faltenbilden neigen. Bei starker Krümmung vor dem Tränken Einschnitte oder Falten ins Gewebe einarbeiten oder das Kombinieren von Gewebelagen mit Glasfasermatte in Betracht ziehen, da sich diese besser an unregelmäßige Formen anpasst. Das Gewebe mit 48 g/m² ist dank seiner höheren Flexibilität ebenfalls eine gute Option für komplexere Geometrien.
Harzkompatibilität
Dieses Gewebe ist kompatibel mit Polyesterharzen (für Standardlaminate wird die Ferpol 100BSX15 empfohlen), Vinylester und Epoxid. Bei Verwendung von Epoxidharz erzielt man eine höhere mechanische Festigkeit und besseres Verhalten gegenüber Feuchtigkeit. Für Acrylharze die spezifische Kompatibilität mit dem Hersteller abklären, da nicht alle Acrylharze geschlossene Gewebe korrekt tränken.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Gewebelagen brauche ich für ein belastbares Laminat?
Das hängt vom Verwendungszweck und dem Flächengewicht jeder Lage ab. Für eine starre Formschale oder ein Bauteil mit moderater Beanspruchung sind in der Regel 2–3 gut getränkte Lagen dieses 166 g/m² Gewebes ausreichend. Für anspruchsvollere strukturelle Anwendungen mehrere Lagen kombinieren und bei Bedarf mit Matte abwechseln, um die Haftung zwischen den Laminatschichten zu verbessern.
Kann dieses Gewebe mit Epoxidharz verwendet werden?
Ja. Glasfasergewebe ist kompatibel mit Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzen. Die Kombination mit Epoxid bietet die beste mechanische Festigkeit, geringere Wasseraufnahme und bessere Haftung. Es ist die empfohlene Option für Präzisionsformen oder Bauteile, die feuchten Bedingungen ausgesetzt sind.
Was ist der Unterschied zwischen Glasfasergewebe und Glasfasermatte?
Das Gewebe hat in einer definierten Richtung ausgerichtete Fasern (üblicherweise 0°/90°), was ihm in diesen Richtungen eine höhere mechanische Festigkeit und ein saubereres Finish verleiht. Die Matte besteht aus kurzen, regellos verteilten Fasern, passt sich besser an komplexe Formen an und ist günstiger, bietet jedoch weniger Festigkeit pro Lage. Für qualitativ hochwertige Laminate werden beide häufig kombiniert: Matte zur Formgebung und Gewebe zur Festigkeitssteigerung.
Wird Glasfaser durch Wasser beschädigt?
Glasfaser löst sich nicht auf und degradiert nicht beim Kontakt mit Wasser. Das imprägnierende Harz kann jedoch mit der Zeit Feuchtigkeit aufnehmen, wenn es nicht korrekt ausgehärtet ist oder ein hydrolysebeständiges Harz mit geringer Beständigkeit verwendet wird. Für den Einsatz in feuchten Umgebungen oder bei Wasserkontakt wird Epoxid- oder Vinylesterharz anstelle von Standard-Polyester empfohlen.
Kann es zur Verstärkung von Gips- oder Schaumstoffbauteilen verwendet werden?
Ja. Glasfasergewebe mit Epoxid- oder Polyesterharz ist eine sehr effektive Methode, um Gips-, Polyurethanschaum- oder gel coat-Bauteile zu verstärken und zu schützen. Es wird direkt auf das ausgehärtete Bauteil mit Harz aufgetragen und getrocknet. Das Ergebnis ist eine strukturelle Schicht, die Steifigkeit und Schlagfestigkeit deutlich erhöht.
Wie stellt man eine starre Stützschale für eine Silikonform her?
Sobald die Silikonform auf dem Modell ausgehärtet ist, wird Polyester- oder Epoxidharz mit einem Pinsel auf die Silikon aufgetragen (kein Trennmittel nötig, da Silikon nicht am Harz haftet) und Lagen von getränktem Glasfasergewebe aufgebracht, bis die gewünschte Dicke erreicht ist. Für die meisten Werkstattformen reichen 2–3 Lagen dieses 166 g/m² Gewebes aus. Die Stützschale hält die flexible Form in Form und erleichtert die Handhabung.
Welches Gewebe wähle ich bei Bedarf an mehr oder weniger Flächengewicht?
Feroca bietet Glasfasergewebe in verschiedenen Flächengewichten an. Für leichtere Lagen oder komplexe Geometrien ist das Gewebe mit 48 g/m² leichter zu verarbeiten. Für mittlere Flächengewichte sind das Gewebe mit 105 g/m² oder das 163 g/m² gute Optionen. Die Kombination von Lagen mit unterschiedlichem Flächengewicht ermöglicht eine optimale Abstimmung des Laminats auf den jeweiligen Verwendungszweck.
Ist persönliche Schutzausrüstung beim Arbeiten mit Glasfaser erforderlich?
Ja. Glasfasern sind reizend für Haut, Augen und Atemwege. Beim Schneiden oder Trockenverarbeiten des Gewebes werden Mikropartikel freigesetzt, die Juckreiz und Reizungen verursachen können. Es wird empfohlen, Nitrilhandschuhe, Schutzbrille und FFP2-Maske beim Schneiden und Laminieren zu tragen. Immer in einem gut belüfteten Bereich arbeiten, insbesondere beim Verarbeiten von Harzen mit Härter.